27. März 1981

Der Tag der Besetzung am 27. März 1981 war minutiös geplant. Dadurch, dass einige Bewohner der ehemaligen Brauerei,  Fabrik- und Wohnanlage noch gültige Mietverträge hatten und jeden Winkel auf dem Gelände kannten, gab es keine Überraschungen bei der Öffnung der vielen leerstehenden Räume. Schon vor der Besetzung gab es Planungen, wie sie genutzt werden sollten. Soziale Medien wie Facebook gab es noch nicht. Jede Information musste persönlich überbracht werden. Flugblätter (heute Flyer genannt) durften natürlich erst nach Vollzug der Besitzergreifung verteilt werden.
Als es passierte, waren 100 Leute auf dem Gelände. Ein Polizeiwagen kam im Laufe des Tages, die Beamten sahen sich das an und fragten, was los sei. Besetzung sagte man ihnen. Für Außenstehende war absolut undurchsichtig, wer nun Mieter, Besetzer, Unterstützer oder Besucher war. Sie schrieben routinemäßig etwas in ein kleines Buch und zogen wieder ab. Das war’s.Niedlich, diese süßen Zeichnungen.Die Bitte, uns alte Möbel zu spendieren, hatte jedoch nicht geahnte Folgen. Später hatten wir Mühe, den ganzen Mist wieder los zu werden. Sperrmüll

Wir hatten große Pläne mit dem Haus und uns. Ein riesiger Komplex mit Fabrik-, Keller-, Wohn- und Lagerräumen, Garagen und Freiflächen bot alle Möglichkeiten, ganz neue Lebensformen auszuprobieren. Zumindest ansatzweise haben wir das getan.

Eins der wohl sinnigsten Transparente ist an Aussagekraft nicht zu überbieten:

Das war der Beginn von Saitenhieb

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